
Die Welt ist klein: Für das Ehepaar Fietze, Weltenbummler in Sachen Pädagogik und für Jens Maul, per Fahrrad aufgebrochen in andere Kontinente, gilt das sowieso. Derzeit sind sie auch noch in der Fremde vereint - in Teheran.
Der Aufbruch vom Kamener Gymnasium zur deutschen Schule in Teheran geriet selbst schon fast zum Abenteuer. Turbulent ging es am Ende noch zu, berichtete das Ehepaar in ersten Reaktionen an die Heimat. Inzwischen aber sind Lutz Fietze und Ehefrau Tatjana gut angekommen in ihrer neuen Wahlheimat.
Derzeit bemühen sich die Fietzes, sich dort einzuleben. Die angebrochenen Herbstferien wollen die beiden nutzen, um das Land erst einmal ein Stück weit kennenzulernen. Danach werde man mehr in die Heimat und an die Restfamilie hier - die beiden Töchter blieben in Kamen zurück - zu berichten haben, übermittelte Lutz Fietze unserer Redaktion.
Ein klein wenig Kamen aber kam jetzt im Iran auf, als ein verabredeter, aber dennoch keineswegs alltäglicher Besucher bei dem Kamener Ehepaar in Teheran eintraf. Jens Maul ist wie berichtet von Heeren-Werve aus per Fahrrad in die weite Welt gestartet. Auch der 19-jährige hat erste Abenteuer bereits hinter sich und genießt nun das Gastquartier bei den Fietzes. Auch er will in den kommenden Tagen zunächst deren Gastland erkunden, bevor er in Richtung Indien aufbricht.
Für daheimgebliebene Freunde und Verwandte des Ehepaares Fietze bedeutet der funktionierende Kontakt per e-Mail eine erste Beruhigung. Viele hätten nicht verstanden, wieso man trotz internationaler Spannungen um das Atomprogramm der Teheraner Regierung in den Iran gehen könne, um dort zu unterrichten, hatte Lutz Fietze vor der Abreise erfahren.
Er ist überzeugt, dass es im Fall einer Zuspitzung rechtzeitig Warnungen geben werde. Er wollte diese Chance nutzen, noch einmal einen Teil des Berufslebens im Ausland zu verbringen und ein weiteres fremdes Land intensiv kennenzulernen. Vor zehn Jahren hatte die Familie die Zelte in Kamen ein erstes Mal abgebrochen für einen Gastaufenthalt in Bangkok.
Nun konnte Lutz Fietze an sein ehemaliges Kollegium am städtischen Gymnasium, Ehefrau Tatjana an ihren bisherigen Lehramts-Arbeitsplatz in Lünen erste Lebenszeichen übermitteln. Am Kamener Gymnasium hat man zwar schon Erfahrungen mit dem Fernweh des Kollegen, nimmt aber dennoch Anteil an dessen Erfahrungen im für zunächst drei Jahre gewählten neuen Domizil.
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Quelle: Westfälische Rundschau
(sa)