
Vor dreißig Jahren drängte sich eine für damalige Verhältnisse unvorstellbar große Zahl von Dichtern, Schriftstellern, Intellektuellen bei einer Veranstaltung des deutschen Goethe-Instituts in den Räumen der Deutsch-Iranischen Gesellschaft. Dieses vergessene Woodstock der Poesie war ein Meilenstein in der Geschichte des Niedergangs der korrupten Schah-Dynastie.
Es waren zehn Nächte im Oktober 1977, die in die Geschichte der modernen Lyrik eingegangen sind. Zehn verregnete und kalte Nächte im fernen Teheran, damals Hauptstadt der korrupten Dynastie von Schah Reza Pahlavi. Zehn Nächte voller Poesie, Leidenschaft, Aufbegehren und wilder Hoffnung. Zehn Nächte, die einem modernen Woodstock der Literatur so nahe kamen wie wohl keine andere literarische Lesung vorher oder nachher. Zehn Nächte im Garten der deutsch-iranischen Gesellschaft, die zudem einen der ganz seltenen wirklich großartigen Glanzpunkte deutscher Auslands-Kulturpolitik gekrönt haben, seinerzeit in Deutschland kaum wahrgenommen worden waren und heute beinahe vergessen sind. Dabei waren sie eines der herausragenden Ereignisse auf dem langen Weg zu einer Revolution, die den Schah von Persien außer Landes und am Ende seinen ärgsten Widersacher, den islamischen Rechtsgelehrten Ruhollah Ayatollah Khomeini an die Macht spülen sollten.
(sVy)» Lesen Sie weiter auf Eurasisches Magazin