
Eines fällt sofort auf: das Fehlen von Gewaltdarstellungen. Die Reliefs in den Ruinen von
Persepolis, der ehemaligen Hauptstadt des Persischen Reichs im heutigen Südiran, zeigen Soldaten, die aber nicht kämpfen. Es gibt Waffen, doch sie sind nicht gezückt. Die meisten Darstellungen lassen vermuten, dass hier das Ideal eines humanen Staates gelebt wurde: Menschen aus verschiedenen Ländern versammeln sich, bringen Geschenke mit und legen einander freundschaftlich die Hände auf die Schultern. In einer Epoche, die für ihre Grausamkeit berüchtigt ist, scheint Persepolis ein kosmopolitischer Ort gewesen zu sein - und für viele Iraner sind diese Bilder noch heute eine ergreifende Erinnerung daran, wer ihre Vorfahren waren und was sie taten.
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