
Die 21-jährige Nasanin Nuri ist Miss Earth Schweiz 2008 und hat bei den internationalen Miss-Earth-Wahlen auf den Philippinen den achten Platz belegt. Doch hinter dem Erfolg im Glanz- und Glittergeschäft steckt eine große persönliche Tragödie: Nasanin Nuri kam mit fünf Jahren in die Schweiz.
Ihr Vater war im Iran als Rechtsanwalt und Richter tätig, in der neuen Heimat fand er jedoch nie richtig Tritt. Er war über Jahre arbeitslos und verstrickte sich in allerlei Rechtshändel mit den Behörden. Insbesondere mit den Schulbehörden lag er in einem erbitterten Streit: Er wollte seine Tochter Nasanin weder am Schwimmunterricht noch an Schullagern teilnehmen lassen und zwang sie, in der Schule ein Kopftuch zu tragen. Es folgte eine lange Reihe von Streitereien, der Vater misshandelte Mutter und Tochter. Nach ein paar Jahren eskalierte der familiäre Konflikt so stark, dass die Mutter von vier Kindern ihren gewalttätigen Mann verließ. Doch die Vergangenheit holte sie ein: Der Ehemann erdrosselte seine Frau. In der Folge wurde er wegen Mordes zu 19 Jahren Zuchthaus verurteilt. Anlässlich der Wahl zur Miss Earth Schweiz kündigte Nasanin Nuri an, dass sie sich in ihrem Amtsjahr gegen Gewalt an Frauen einsetzen werde. Denn die Miss Earth unterscheidet sich von anderen Schönheitsköniginnen dadurch, dass sie eine 'Miss mit einer Mission' sein will. Nasanin will einen Teil ihrer Gagen für wohltätige Zwecke stiften und sich für die Rechte der Frauen stark machen. So ist ihre persönliche Erfahrung in ihr Engagement eingeflossen.
Christoph Müller hat Nasanin Nuri vor und während der Wahlen zur Miss Earth International mit der Kamera begleitet. Parallel zu dieser Reportage aus der Welt der Schönheitswettbewerbe erzählt Nasanin Nuri ihre Geschichte, die Biografie eines Flüchtlingskinds, das in einen Strudel von Gewalt geriet und trotzdem - wie durch ein Wunder unversehrt - als strahlende Miss wieder aufersteht.